Begründung der Verleihung des ‚ersten Filmpreises‘ an Heidi Vágyi für Platón
Begründung der Verleihung des ‚ersten Filmpreises‘ an Heidi Vágyi für Platón Platón ist ein Film, der eine ausweglose Welt zeigt. Schauplatz ist ein geschlossener Raum ohne Türe und Fenster. Alle Oberflächen des Raums sind Landkarten. Die Figuren des Films sind drei identische graue Oberkörper von Schaufensterfiguren. Im Raum bewegt sich auf einem Oval fortlaufend ein Modelleisenbahnzug. Die Gestaltung der Welt und die Tätigkeiten der Figuren (Schlafen, Musik, Schach, Lesen, Schlafen) folgen dem Muster auswegloser Wiederholung: Landkarte neben Landkarte, Kreis nach Kreis, gleichbleibende Tagesroutine. Und all das wird mehrmals gezeigt, der Film selbst wiederholt sich. Es passiert nichts, es gibt nichts zu sehen in einer sich wiederholenden Welt mit sich wiederholenden Vorgängen. Verstärkt wird der erschreckend ausweglose Eindruck dadurch, dass die Welt perfekt ist. Die Landkarten wie die wohl geformten Plastikfiguren fügen sich zu einer glatten und abgeschlossenen Oberfläche zusam...