Brutale Mordserie aufgeklärt
Brutale Mordserie aufgeklärt
Der Wiener Polizei gelang ein großer Schlag gegen das organisierte Verbrechen. Gestern früh wurden in einer Leopoldsstädter Wohnung zwei ausländische Staatsbürger verhaftet, die für die Mordserie, die Wien im Dezember erschütterte, verantwortlich gemacht werden. Die schlafenden Verdächtigten wurden von WEGA-Beamten überwältigt und befinden sich in Untersuchungshaft.
Sowohl für den gelungenen Zugriff als auch für die dahinterliegende Ermittlungsarbeit zeichnet Kommissar Kirchbichler verantwortlich. Kirchbichler ist leitender Beamte im Morddezernat der Kriminalpolizei und kann trotz seiner jungen Jahre bereits auf eine steile und erfolgreiche Karriere zurückblicken. Mit der Aufklärung dieses Verbrechens liefert er sein Meisterstück ab. Wir trafen Kommissar Kirchbichler und er erzählte uns, wie er und sein Team – wie er betont – die Täter überführte.
Der Ansatzpunkt war klar, die Morde fanden in der Halbwelt statt. Das erkennt ein erfahrener Polizist wie Kirchbichler mit dem ersten Blick. Er zählt auf: Die Morde können als Hinrichtungen bezeichnet werden, sind also das Werk von Profis. Solche findet man zuerst im organisierten Verbrechen. Außerdem waren auch die Opfer ganz klar dieser Szene zuzuordnen, waren Amtsbekannt.
Obwohl die erste Zuordnung sehr leicht fiel, sind im organisierten Verbrechen die weiteren Schritte umso schwieriger. Profis wissen die Spuren zu verwischen. Man ist beinahe auf einen Zufall oder Fehler des Gegenübers angewiesen, wie der Kommissar bescheiden ausführt, nur um anzufügen, dass ein solcher Zufall oder Fehler sehr wohl von der Polizei provoziert werden kann. Und genau daran arbeitete die Polizei in den wenigen Wochen zwischen Mord und Aufklärung. Erhöhte Polizeipräsenz in den einschlägig bekannten Lokalen und Vierteln. Man schaut einfach öfter mal vorbei, dann wird man schon etwas finden.
Konkret kam die Polizei den Mördern auf die Spur durch etwas, was wirklich wie ein Zufall wirken mag: Kirchbichler war persönlich an einer Kontrolle in einem Lokal beteiligt, als ein Gast ihm einen Zettel zusteckte. Auf dem Zettel, eigenartig rätselhaft formuliert, konnte Kirchbichler eine Adresse entschlüsseln. Als sorgsamer Polizist, der allen Hinweisen nachgeht, verfolgte er den Tipp, der sich schließlich als richtig herausstellte. Wer hätte das bei der Übergabe des Zettels schon wissen können, doch der verantwortungsbewusste ergreift jede Gelegenheit, die sich ihm bietet.
Abschließend erzählt Kirchbichler, wie er den Zugriff auf die Wohnung plante. Bei der Observation der Verdächtigten beobachtete er, dass diese einen Grund zum Feiern hatten, lange fort waren und viel tranken. Diese Möglichkeit, gefährliche Männer betäubt vorzufinden, lässt sich ein erfahrener Polizist natürlich nicht entgehen. Die Aktion wurde spontan vorgezogen, wobei Kirchbichler bescheiden meint, dass jedes Kind die Verhaftung vornehmen hätte können.
Bei der Durchsuchung der Wohnung fand die Polizei die Tatwaffen, neben weiteren Waffen, und auch eine Liste von möglichen weiteren Opfern. Die Mörder waren mit ihrer Arbeit also noch nicht fertig. Das unterstützt die Notwendigkeit gründlicher Polizeiarbeit und bestätigt Kirchbichlers Erfolg. Aber Kirchbichlers Arbeit ist mit der spektakulären Verhaftung noch nicht beendet, denn die Hintergründe müssen aufgeklärt werden. Es ist auszuschließen, dass die beiden Mörder ohne Auftrag und Hintermänner tätig waren. Wir können uns sicher sein, dass Kirchbichler und die Wiener Polizei nicht ruhen wird, bis auch in die letzten Winkel dieses kriminellen Netzwerkes Licht gebracht ist.

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