Festnahmen in Unterweltauseinandersetzung
Ende November berichteten wir über den ersten Mord in der Wiener Unterwelt. In der Zwischenzeit folgten weitere, ob drei oder vier kann die Polizei nicht genau sagen. Gestern kam es in Verbindung mit der Mordserie zu ersten Verhaftungen. Die Polizei war mit ihren Ermittlungen erfolgreich.
Gestern in den frühen Morgenstunden drang die Wiener Polizei, mit Unterstützung des Sonderkommandos WEGA, in eine Wohnung im zweiten Gemeindebezirk ein. In einer Pressemitteilung teilte der Sprecher der Polizei mit, dass bei der Amtshandlung zwei Männer, keine österreichische Staatsbürger, verhaftet wurden. Bei der Durchsuchung der Wohnung fanden sich erhebliche Mengen Suchtgift, Waffen – keine davon registriert – und gefälschte Reisedokumente. Die beiden Verhafteten werden heute dem Untersuchungsrichter vorgeführt, von der Verhängung der Untersuchungshaft kann ausgegangen werden.
Dem Vernehmen nach wirft die Polizei den Verdächtigten zumindest drei Morde vor. Die Morde ereigneten sich Ende November und im Dezember. Über die Opfer ist bekannt, dass sie der Wiener Unterwelt zuzuordnen sind. Deshalb geht die Polizei von internen Auseinandersetzungen um Einflusszonen aus. Die Opfer wurden professionell erschossen, man kann beinahe von Hinrichtungen sprechen. Quellen im Innenministerium und in der Rotlichtszene ordnen die Täter einer neuen Organisation zu, die in den Wiener Markt dringt. Die Opfer hingegen verkehrten in etablierten Lokalen. Von Experten werden die Morde als deutliche Warnsignale an diese Lokale eingestuft, dass sie der neuen Konkurrenz gegenüber stillhalten.
Hintergrund der Morde und der neuen Organisation ist die Verdrängung von Herbert K., der nach einer Razzia in seinen Lokalen im November fluchtartig Wien verlassen musste und bisher verschwunden ist. Diese Aktion der Polizei hinterließ eine Lücke, die die neue Konkurrenz zu füllen versucht. Ob die gestrige Aktion der Polizei zum Verschwinden auch der neuen kriminellen Organisation aus Wien führen wird, kann noch nicht beurteilt werden. Das resolute Auftreten der Polizei macht aber die Intention klar, dass keine Art von Kriminalität Platz in Wien und Österreich hat.

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