Kochen mit Kirchbichler 9 (Straußenei-Folge)
Vor langer Zeit erschien die achte Folge – am 13.5. Man hat beinahe schon vergessen, wie diese Kochsendung ist, worum es in dieser Kochsendung geht. Nun ist die Erinnerung da.
Es tritt das doch noch in Erinnerung befindliche Personal auf: zuerst Kurt Kirchbichler, dann Peppi Blech und schließlich auch Zuckergoscherl. Und das könnte der Grund für die Verzögerung sein. Es könnten dann doch sieben Monate Gefängnis herausgeschaut haben – sitzen am Stein, wie Kirchbichler es nennt. Sieben Monate für die von Kirchbichler und Konsorten gekürzte List der Vergehen, die sich Zuckergoscherl in seiner Karriere anhäufte. Mit dem in der Folge gezeigten Essen soll diese karge Zeit vergessen gemacht werden, so denken und planen Kirchbichler und Peppi.
Und setzen es auch um. Peppi besorgte ein Straußenei und gemeinsam mit Kirchbichler bohren sie es in den ersten Einstellungen auf. Anschließend wird es zu einem Omelette verarbeitet. Spätestens da wird man sich an die früheren Folgen zurückerinnert haben, an die Figuren, an ihre Verhaltensweisen, an ihren Schmäh, an ihre Art zu Kochen, an die Art wie das Video produziert ist (auch die Musik) und daran, worüber sie reden. Lachen, dumme Sprüche, Bier, Weisheiten könnte als Motto der Sendung und ihrer Figuren dienen.
Das Lachen: Sie scheinen eine gute Zeit zu haben. Zuerst nur Kirchbichler und Peppi, welch Spaß es sein muss mit einer Bohrmaschine in der Küche zu arbeiten. Dann tritt Zuckergoscherl auf und die in der Zeit im Gefängnis noch gewachsene Reserviertheit und Kargheit fällt zwar nicht von ihm ab, aber er fällt doch nach und nach in die Sitten seiner alten Gesellschaft hinein. Das Lachen greift auf ihn über. Der Plan – die Versöhnung – geht auf. Die gemeinsame Zusammenarbeit kann weitergehen.
Dumme Sprüche: Vielleicht ist es die Geschichte mit dem Chamäleon, von der sich selbst die Freunde mit Desinteresse abwenden, oder doch die Frage, ob man auf einem Strauß reitend schneller in Hietzig ist als mit dem 60er, oder doch das dritte und vierte Beispiel der dummen Sprüche. Man weiß es nicht. Oder wenn Zuckergoscherl in dem Quirl das Gefängnis wiedererkennt. Man weiß es nicht. Die Unterhaltsamkeit der Kochsendung rührt auf jeden Fall zu großen Teilen von diesen jenseitigen Sprüchen her.
Bier: Naja, Bier halt. Das Getränk, das halt so getrunken wird. Und nur zu oft Ausgangspunkt der dummen Sprüche ist. Siehe: Vom überschäumenden Bier zu Susis Spelunke zu Susis Spezialtoast. Die kaputte Kühlschranktür am Weg zum Nachschub. Das Bier ist Begleiter in Kirchbichlers Küche.
Weisheiten: Die Sendung hat einen pädagogischen, oder nennen wir es besser legitimatorischen Charakter. Die Art und Weise, wie man sich in der Küche verhält, will erklärt und gerechtfertigt werden – was im Vormachen bedeutet, dass der Zuseher es nachmachen soll. Kirchbichler erklärt und zeigt vor und vertritt sein ‚spontanes‘ Kochen: Man nehme etwas, rieche daran und werfe es ins Essen hinein, wird schon passn. Das Geheimrezept des Knoblauchschälens: Anlass für einen dummen Witz mit der Bohrmaschine und Anlass um Peppis Muskeln zeigen zu können. Die Frage, wie mit Paprikakernen umgegangen werden soll. An den Weisheiten zeigen sich die verschiedenen Auffassungen der Figuren: Die Spontanität als Antwort auf die Unmöglichkeit zu Planen muss nicht gleich zu versalzenem Essen führen. Die Paprikakerne als Kristalisation der Frage des gesunden Kochens (die Balaststoffe). Weisheit ist nicht gleich Weisheit.
Nach den 20 Minuten Kochsendung hat man die sieben Monate Pause vergessen. Man wünscht keinem der drei das Gefängnis, dass wir uns bald schon an der nächsten Folge amüsieren können. Ob man sich in Kirchbichlers Küche oder Speisezimmer wünscht ist eine andere Frage. (Mahlzeit!)
Folge 9 auf youtube: https://youtu.be/QNGFLJsCb_w
Mega Review! 🙂👍😂
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