Ein Raster, Beschreibung

 




Größe: 74,7cm (Breite), 105cm (Höhe)

Raster: 1cm mal 1cm (174 Fäden, deren Länge circa der Breite/Höhe entspricht)

Material: A4 Kopierpapier [15Stück], Nähzwirn

Verwendung: Abdeckung eines Spielgels auf einem Kleiderkasten


Detailbeschreibung: Die 174 Fäden halten die 15 Blätter zusammen. Die Fäden sind in einem Abstand von einem Zentimeter dort gespannt, wo sie notwendig sind, also wo sie für das Zusammenhalten der Blätter gebraucht werden. Dort wo sie nicht gebraucht werden, sind keine Fäden gespannt. Die Fäden befinden sich an den technisch notwendigen Stellen. Aus Überlagerung von horizontalen und vertikalen Verbindungen ergibt sich ein Raster; also an Stellen, wo horizontale und vertikale Verbindung notwendig ist – also auf den mittleren Blättern. Dort, wo die Fäden für den Zusammenhalt nicht gebraucht werden, hängen sie lose und sich zufällig verdrehend hinab. Die Länge der Fäden entspricht jeweils der Breite oder der Höhe. Die Fäden könnten somit die gesamte Fläche überspannen: Überall könnte ein Raster entstehen, einzig der herabhängende Überhang bleibt. [Nicht die technische Notwendigkeit, noch das gestalterische Ziel einen Raster zu erzeugen, legen das Erscheinen fest.]

Für die Stabilität (also für den eigentlichen Zusammenhalt – die meisten Fäden sind also darin nur eine scheinbare Notwendigkeit) sorgen jeweils die ersten und letzten Fäden auf einem Blatt. Diese Fäden sind nicht nur durch die Blätter gezogen, sondern in die Blätter gewickelt, um ein Durchrutschen zu verhindern. Alle Fäden sind links/oben miteinander verknotet.

Zusammenfassend kann der Raster beschrieben werden als wäre etwas verkehrt zusammengenäht. Die langen Strecken des Fadens liegen auf der Oberfläche, die Kurzen an der Unterseite (entgegen der Absicht Verbindungen zu verbergen). Die Verkehrtheit des Nähens besteht auch darin, dass herkömmlich Fäden nicht Strecken zurücklegen (quer zu dem zu verbindenden laufen), sondern konzentriert den zu verbindenden Bruchlinien folgen (hin und her und hin und her usw.). Hier verbinden die Fäden wie nebenbei – während sie einen Raster formen – die verschiedenen Blätter.

[Der Raster ist weder Konstruktion noch Gestaltung und doch sowohl als auch.]

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