Extrablatt-Reisebüro
Das Bild für das Reisen von daheim: Der Fahrkartenschalter in der Bibliothek, wo die Bücher gestempelt werden und abreisen, man zuhause bleibt. Das Buch reist, nicht man, das Buch wird gestempelt, nicht die Fahrkarte.
Es ist eine Tradition des Extrablatt-Verlags lieber etwas neues anzufangen, als etwas weiterzumachen. Das Neue ist das Extrablatt-Reisebüro: Es gab seine ersten Fahrkarten für eine Fahrt nach Pécs aus.
Slogan des Reisebüros sind: Ihr Partner fürs Reisen von zuhause und Tickets ohne Zug und Bahn.
Damit sollte jedem potentiellen Kunden klar sein, dass die Fahrscheine des Reisebüros nicht dem gestrengen Schaffner der MÁV vorgezeigt werden können, man mit ihnen die Fahrt nach Pécs nicht antreten wird können: Man wird nicht weit kommen. Oder man wird von dem Reisebüro bis zu sich nachhause kommen. Genau ein solches Reisebüro ist das Extrablatt-Reisebüro, eines das Fahrten, die die Wohnungstür nicht verlassen, organisiert. Die Fahrscheine sind Zutrittskarten zu Reiseführern, zu den Reiseführern des Extrablatt-Verlages.
Die Reiseführer des Extrablatt-Verlages würden bei der Durchführung einer Reise ebenfalls kaum behilflich sein. Ihnen ist gleichfalls das Motto eigen, dass sie Sehenswürdigkeiten beschreiben (und praktische Informationen geben) fürs Reisen von zuhause.
Das Extrablatt-Reisebüro erspart einem somit die Mühen des Reisens und lässt einem doch (mittels Buchstaben) ferne Orte sehen, bereisen. Fern ist dabei sowohl räumlich als auch zeitlich zu verstehen. Denn die Angaben zu den Sehenswürdigkeiten sind auf der einen Seite nicht aktuell, auf der anderen Seite zu Orten, die nicht anziehend sind. Eine Reise würde sich auf keinen Fall rechnen.
Liest man hingegen über die unattraktiven und überholten Orte lernt man unmögliches (in doppelter Bedeutung) kennen und zwar auf tiefgehendere Weise als die durchschnittliche tatsächliche Reise. Eine solche würde nicht in die Vergangenheit führen und auch nicht an die Stadtränder zu den Kraftwerken und Außenbezirken. Mit dem Reiseführer können sich eher die speckbratenden Massen im Gartenrestaurant der 80er Jahre vorgestellt werden, als wenn man vor der verschlossenen tatsächlichen Türe des Restaurants steht, oder auf einem Spielplatz, der aus nichts sagt, dass er das Fundament eines Hochhauses ist.
Mit dem Extrablatt-Reisebüro und Reiseführern verpasst man nur zu viel, um umso mehr zu erfahren, mit erheblich weniger Aufwand. Das ist die Versprechung des Extrablatt-Reisebüros.
Der Pécs-Reiseführer des Extrablatt-Verlages findet sich unter: https://www.kochverein.at/medien/extrablatt-verlag/; die überarbeitete Besprechung des Pécs-Reiseführers aus dem Schmettering findet sich unter: https://schmettering.blogspot.com/2022/07/ungarn-fur-durchreisende-zu-benedikt.html


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