Fächer und Signalfahnen aus Papier, oder die Konzeptkunst
Fächer und Signalfahnen aus Papier, oder die Konzeptkunst
Was sieht man? Viel, und dieses viele macht den Eindruck, dass eine verschlüsselte Botschaft mitgeteilt würde: Fahnen und die strenge Anordnung sich wiederholender, modifizierter Gegenstände, auf oder um eine Tafel montiert, so als ob mittels eines Schaubild ein Problem demonstriert werden sollte.
Dieser Text mag die Symbole auflösen und die Motivation ihrer Zusammenstellung geben – so als ob es beides zur Betrachtung des Objekts brauchen würde.
Innen auf die Rigipsplatte sind montiert:
Links: ein Papiermusterfächer der Firma Europapier. Aus jeder Seite ist ein Streifen ausgeschnitten und mit einem Stück gefundenem Papierverpackungsmaterial ergänzt. Das Musterpapier und das Verpackungsmaterial sind jeweils beschriftet: nach Gegenstand, der darin verpackt war und Ort und Zeit der Verwendung, bzw. die technischen Eigenschaften des Musterpapiers.
Mitte: mein altes Handy. Im Normalfall wird es ausgeschaltet sein, aber man kann sich darauf (wie auf jedem anderen elektronischen Bildschirm) den Scan des modifizierten Papiermusterfächers anschauen. Das Handy zeigt die digitale Reproduktion, als beinahe materiallose Abbildung des Material präsentierenden Fächers. Schaut man hingegen auf das Handy als Gegenstand, sieht man sich selbst im Spiegel des Bildschirms, der wiederum mehrfach gesprungen ist, bzw. verschiedene andere Gebrauchsspuren eines verwendeten elektronischen Geräts.
Rechts: vier Ausdrucke des digitalisierten Fächers. Auf verschiedenen Druckern (deshalb die verschiedenen Töne von Grau und Schwarz) ist die digitale Abbildung zu analogem Bild geworden: Tinte befindet sich auf Bürokopierpapier, das in die Form des Fächers geschnitten, gelocht und zusammengeschraubt ist.
Innen wird in drei erstaunlich gleich großen Feldern ein Prozess der Reproduktion gezeigt: von einem modifizierten Original über das Digitale zurück zu Material, als unterschiedliche Bilder eines Ausgangspunkts.
An die Rigipstafel sind die Fächer mit einem Faden gebunden, der nicht nur hält, sondern auch die Fläche abteilt und strukturiert; gemeinsam mit den Bleistiftstrichen, die die Felder für die drei Formen des Fächers abgrenzen.
Außen auf die Rigipsplatte sind montiert:
Oben: drei Fahnenstangen, die mit Buntstift auf Papier gemalte Signalflaggen tragen. Mit Signalflaggen kommunizierten Schiffe miteinander. Eine Flagge nach der nächsten wurde gezeigt und so Nachrichten ausgetauscht. Einerseits können mit den Flaggen Wörter buchstabiert werden, andererseits ein zwischensprachiger Code ausgedrückt werden, den ein Wörterbuch angibt und von diesem auch wieder in die gewünschte Sprache entschlüsselt werden kann. Für die Verschlüsselung und Entschlüsselung auf der Tafel wurde verwendet: Internationales Signalbuch, Amtliche Ausgabe für die deutsche Kriegs- Handelsmarine: Reichsamt für Inneres (Herausgeber), 9. Auflage, Berlin, 1901.
Auf den drei Fahnenstangen werden folgende Signale gezeigt:
Links: Das Signal H, das in seiner ‚Dringenden und wichtigen‘ Bedeutung ausdrückt: ‚Stoppen Sie, drehen Sie bei oder kommen Sie näher; ich habe Ihnen wichtige Mittheilungen zu machen‘
Mitte: Drei Fahnen, die den Code JVY ausdrücken, dessen Bedeutung ist: ‚Kopie. Nach-ahmung,Bildung. Abschrift‘
Rechts: Das Signal P, das in seiner ‚Dringenden und wichtigen‘ Bedeutung ausdrückt: ‚Ich bin im Begriff unter Segel (in See) zu gehen‘
Unten: Um die Unterkante der Rigipsplatte hängen zwei Girlanden aus Signalflaggen, die den Titel des Objekts ausdrücken.
Obere Reihe: D I E buchstabiert.
In der unteren Reihe: K O N Z E P T buchstabiert, dann der Code EZN, der für ‚Kunst. Künstlich‘ steht. Zusammengesetzt, auch die verschiedenen Verschlüsselungsmethoden der Signalsprache mischend – zwischen Code und Buchstabieren – ergibt sich in den beiden Reihen die Botschaft ‚Die Konzeptkunst‘.
Wozu fügen sich diese Inhalte zusammen?
Das Objekt setzt sich aus zwei klaren Aussagen zusammen.
Außen: Mit dem entsprechenden Nachschlagewerk (Wörterbuch) kann genau die Bedeutung der Fahnen nachgeschlagen werden – zwischen Zeichen und Bedeutung besteht ein direkter Zusammenhang.
Natürlich ist das Wissen für die Entschlüsselung der Fahnen nicht sonderlich verbreitet (womit die Entschlüsselung nicht automatisch wird), aber theoretisch erreichen die Signalfahnen eine Kommunikationsform, die mit Schrift aus Buchstaben vergleichbar ist. Unterschied ist, dass der Ausdruck in Codes keine Grammatik kennt. Entweder werden, wie im Fall der wichtigen Mitteilungen, fertige Ausdrücke gezeigt, oder Wörter in der Wörterbuchform aneinandergereiht. Entsprechend ist das Zeichensystem auch nicht produktiv. Auf der Ebene der Codes (nicht des Buchstabierens) gibt es eine durch das Wörterbuch festgelegte Menge an möglichen Ausdrücken. Außerdem liegt in der Übermittlung über Distanz und der absurden Linearität, in der ein Signal auf das nächste folgt, womit der Informationsaustausch zur langwierigen Angelegenheit wird, und natürlich in der Übersprachlichkeit, und Visualität der Zeichen, und der relativen Unbekanntheit (die schon immer bestanden haben muss) ein erhebliches Fehlerpotential und Quelle von Ungewissheit und Missverständnis, die bei weitem das grundsätzliche Fehlerpotential in der Kommunikation, auch bei Buchstaben, übersteigt.
In der Innenfläche des Objekts wird nicht ein derart klar entschlüsselbarer Ausdruck erreicht, aber es wird ein vorausgesetztes Konzept zur Illustration und Durchführung gebracht. Fragestellung des Konzepts ist: Wie Material sich in Reproduktion verändert.
Im ersten Feld, ganz links, wird das Original, das eine doppelte Materialprobe ist, als Ausgangspunkt ausgestellt. Also das Material ist selbst vorhanden, das auch durch die Beschriftungen benannt ist.
Im mittleren Feld der zweite Schritt: die Digitalisierung ins Materiallose, die auf einem Handy als Bildschirm zur Darstellung gebracht wird. In dieser Stufe besteht große Entfernung auf der Ebene der Materialität. Als hochauflösendes und detailliertes Bild des Originals lässt sich allerdings die Verbindung zum Ausgangspunkt gut herstellen. Es geht vielleicht weniger Information verloren als gedacht, auch über die Eigenschaften des Materials, nur ist es eben Bild. Gleichzeitig ist die digitale Stufe, wegen der Ungebundenheit ans Material, mittels Copy-Paste vervielfältigbar. Das Bild auf dem Handy ist beliebiges Beispiel einer unbegrenzten Reihe möglicher Anzeigeorte. Der digitale Papierfächer kann heruntergeladen werden (von https://www.kochverein.at/medien/extrablatt-verlag/) und mit dem eigenen Bildschirm die begonnene Reihe fortgesetzt werden.
Im dritten Feld (rechts) wird der digitalen Repräsentation Material zurückgegeben, also der Papierfächer auf weißes Kopierpapier ausgedruckt. Dem Ausgangspunkt wird sich in der Materialität wieder angenähert. Allerdings bleibt es Abbildung, Bild des originalen Fächers, nun eben auf Papier. Mit der Annäherung im Material geht nicht unbedingt eine Annäherung in der Identifikationsmöglichkeit mit dem Original einher. Auf dem einheitlichen Kopierpapier werden die abgebildeten Eigenschaften der Papiere flacher und vereinheitlichter, reduzieren sich. Man könnte sagen die Qualität der Abbildung nimmt ab. Aber zurück ins Material gebracht, ergibt sich eine andere Ebene, die die Eigenschaften der Papiere anders zum Ausdruck bringt. Material bringt unterschiedliche Grautöne, im Gegensatz zur digitalen Neutralität und (kalten falschen) Perfektion. Material bedeutet Prozess und Arbeit, die sichtbar werden. Ein bestimmter Drucker, mit bestimmter Abnützung und bestimmter Tinte, druckt den Fächer aus und ein bestimmter Mensch mit einem bestimmten Messer schneidet die Seiten zu und verarbeitet sie hin zum Fächer weiter: mit Locher, Klebstoff und Schraube. In den Schritten, Personen, Materialien und Objekten kommen besondere Eigenschaften zum Ausdruck. Und besondere Entscheidungen müssen getroffen werden, ob durch das Papier mit einer Bohrmaschine gebohrt wird, oder ein Bürolocher verwendet wird, ob gefundene Schrauben verwendet werden, oder Schrauben aus dem Baumarkt (oder aus dem Fachgeschäft) – der Frage musste nachgegangen werden, welche die entsprechende Schraube ist. In Entscheidung und Verarbeitung kommt es notwendig zu Fehlern, also weiteren Abweichungen vom Original. Gleichzeitig ist der Ausdruck von Prozess, Materialeigenschaften und Entscheidungen auch Verbindung zwischen dem Fächer in Feld eins und den Fächern in Feld drei – eine Verbindung, die sich aus Abweichung ergibt. Für das digitale Feld könnte das Gleiche – Material, Fehler, Verarbeitung, Prozess – für das Handy als Bildschirm und somit Objekt gesagt werden. Es handelt sich um mein Handy. Es hat bestimmte Gebrauchsspuren, die mit bestimmten Situationen und Erfahrungen verbunden sind, den Orten und Ereignissen, die ihm die Schrammen hinzufügten. Dieser besondere Ausdruck aus dem Gegenstand, der auch interessant auszustellen ist, ändert aber nichts an der Variabilität des digitalen Bildes. Vom Papier kann das Bild nicht auf das nächste Papier verschoben werden, wie es im digitalen Bereich möglich ist. Das digitale Bild ist flexibler, austauschbarer, weniger an Material und die damit zusammenhängenden Konsequenzen gebunden.
Entscheidende Konsequenz aus der Bindung an Material ist die Möglichkeit zur Reproduktion, also mit welchem Aufwand man wie viele Exemplare herstellen kann. Im Gegensatz zum einen Original und dem beispielhaften einen Bildschirm für die digitale Kopierbarkeit finden sich im dritten Feld vier Exemplare. Nicht ein Fächer, nicht unendlich viele Fächer, sondern eine Menge, aber eine begrenzte – und sich unterscheidende Menge. Es besteht die Möglichkeit zur Vervielfältigung, allerdings im durch Materialität vorgegebenen Rahmen.
Die drei Felder zeigen Reproduktionsmöglichkeiten und die damit zusammenhängenden Eigenschaften und Konsequenzen an einem Beispiel angewandt – wie in drei Schritten sich jeweils ein anderes Objekt ergibt, ein Inhalt in verschiedenen Bedingungen anders gezeigt wird. Damit wird ein Verfahren sichtbar, das der Extrablatt-Verlag regelmäßig zur Anwendung bringt, etwa beim Textservice. Ein analoges Original (als Schreibmaschinen-Text auf Verpackungspapier) wird digital verfügbar gemacht, dass es ausgedruckt wird und zum Bild des Original-Papiers und -Texts auf Papier wird. In den Eigenschaften des Originals verbunden, sei es als es selbst oder als Bild von diesem, und in den typischen Eigenschaften der Reproduktion getrennt, oder doch auch verbunden. Es sind die gleichen Stufen, die die Schautafel zeigt. Auf das Textservice allgemein und die besonderen mit der Vervielfältigung zusammenhängenden Eigenschaften geht Schmettering online vom März 2026 ein: https://schmettering.blogspot.com/2026/03/das-textservice-des-extrablatt-verlags.html
Wenn man das Wort Schautafel und Konzept verwenden kann, um das Innen des Objekts zu beschreiben, dann handelt es sich um eine klare Ausdrucksweise. Die Darstellungsform der Konzeptkunst ist die der Illustration oder eine Art angewandte (bildlich visuelle) Argumentation. Wie der Inhalt der Signalfahnen entschlüsselt werden kann, so auch die Botschaft des Konzepts – jeweils besteht ein klares Verhältnis zwischen Zeichen und Inhalt.
Im Verhältnis von Innen und Außen, Fächern und Fahnen, sind die Fahnen zuerst Abgrenzung der drei Felder. Jedem Feld ist eine Fahnenstange zugeordnet, die wie die Nationalfahne ein Territorium abgrenzt. Sie grenzt die Schritte des Konzepts klar ab, unterscheidet sie und bezeichnet sie damit. Es sind aber keine schlichten Fahnen, sondern die spezielle Form der Signalflagge. Auf der kuriosen und überholten Weise der Kommunikation zwischen Schiffen wird in eindeutigem Code den Feldern und der Tafel Inhalt hinzugefügt. JVY – Kopie, und mit der Aufforderung zuzuhören und nachzumachen (in See zu stechen) wird die Emphase des Konzepts auf Belehrung und Wahrheit und Übernahme ins Eigene hinzugefügt.
Das schon Eindeutige des Konzepts wird auf eindeutige Weise benannt, von den Signalflaggen ausbuchstabiert. Die Kombination von Fächer und Fahnen ist Dopplung der Klarheit. Etwas, das schon klar ist, wird klar gemacht, womit ein unnötiges Verhältnis eingenommen wird. Überklarheit ist Ergebnis, die die klare und argumentative Situation ins Absurde kippen lässt und so von der Klarheit abweicht. Bzw. die Aufmerksamkeit auf das Zeigen selbst rückt. Auf einer weiteren Ebene wird eine Aussage über die Art des Zeigens getroffen. Zusammen: Aus doppelter Klarheit wird sich über die klare Aussageweise lustig gemacht, diese kritisiert.
Diese Abweichung von der klaren Aussageweise ist im Aussehen der Flaggen bereits Teil des Objekts. Die Buntheit von Fahnen hat immer etwas verspieltes, besonders dann, wenn man an die vielfältigen Fahnen bei Schiffen denkt, deren Bedeutungen und so das direkte Ausdrücken für den äußeren Betrachter nicht klar sind – Buntheit, Lustigkeit, Festlichkeit bleibt. Eine Eigenschaft, die die Umsetzung, die Gestaltung der Fahnen noch verstärkt. Denn sie sind nicht perfekt gezeichnet, oder gar Originalflaggen, sondern sie sind mit Buntstift ausgemalte Papierstücke, die auf Holzspieße (aus der Küche) oder Nähfaden mehr oder weniger sauber oder wellig geklebt sind. Damit eignet sich die Konstruktion nicht nur nicht schöne künstlerische Darstellung zu erreichen, sondern auch als Signalflaggen sind sie nicht verwendbar. Sie erinnern eher an die Beschäftigung von Schul- oder Kindergartenkindern vor dem Nationalfeiertag Fahnen zu basteln – das mehr als das bunte Ausmalen und Kleben von Papierstücken zu verstehen ist, als dass das Ergebnis eine Nationalflagge ist. Aber doch ist die andere, klare Aussage aus den Signalflaggen möglich und enthalten. Es herrscht eine Gleichzeitigkeit in einer Art ‚enigmatischem Kinderwerk‘.
Wozu ist es gut?
Es wird Kritik geübt, Kritik an der Aussageform der einzelnen Teile: an der Direktheit des Signals und der der Konzeptkunst. Die Direktheit verwendet Zeichen, die wie Befehl in Aussage umsetzbar sein sollen und fraglos verstanden und ins eigene Handeln übernommen werden sollen. Verstehen stellt sich nicht als Prozess und Problem, sondern als Automatismus. Diese Vorstellung an verordnender und befehlender Kommunikation, und damit verbunden an Gesellschaft, wird durch die duplizierende Überdeutlichkeit, die falsch macht, kritisiert.
Die Aussageform, die das Objekt in seiner Abweichung entgegenstellt, ist eine Art spielerische Genauigkeit. In der Gleichzeitigkeit von Klarheit und Abweichung ist es die Lustigkeit der Buntheit der Spielzeugflaggen, die Unpassendheit der Kombination von Fächern und Fahnen, Fehler und Unterschiedlichkeit, die aus der vorgeführten, experimentellen und prozesshaften Verwendung von Material sich ergibt. So muss sich erst an das Entschlüsseln gemacht werden, als dass gleich Verstehen in Tat umgesetzt werden könnte – Signal wird zu Experiment, Direktheit zu Offenheit.
Die Geburtstagsgirlande, oder Exkurs zur Farbe
Zur anderen Aussageweise ist das Objekt dargestelltes Experiment an Material, aber gleichzeitig ist es auch konkretes Experiment an Material. Wie der Europapier-Materialfächer handgreiflich verschiedene Papiere vorstellt, so werden es in der Modifikation des Fächers verschiedene Verpackungsmaterialien – genauso wird die Frage gestellt und ausprobiert, wie die Verpackungsmaterialien verarbeitet und bearbeitet werden können.
Dieses Material- und Verarbeitungsexperiment beschränkt sich nicht nur auf das vielleicht ungewöhnliche Material des Verpackungspapiers, sondern umfasst auch die Farbe selbst, dass Farbe Ausdrucks- und Gestaltungsmittel sein kann. So absurd das klingt, in den Gegenständen, die ich bisher machte, spielte Farbe keine oder kaum eine Rolle. Farbig waren wenn gefundene Gegenstände, aber die eigene Hinzufügung kannte die Farbe nicht als Mittel. Mit dem Ausmalen der Fahnen, und damit dem Unterscheiden von Formen zu den speziellen Kombinationen der Signale, verwendete ich erstmals Farbe, wodurch ich sie mir ausprobierend erschloss, quasi das Ausmalen nach der Kindheit wiederlernte.
Anschließend an die Fahnen um die Fächer fertigte ich aus Signalflaggen eine Girlande, deren Fahnen als Signal Geburtstagswünsche mitteilen: Signalwimpel, JOV, GLE. Das Signal wird mit dem korrekten Zeichen eröffnet, dem Signalwimpel, mit dem man ausdrückt, dass man etwas mitteilen mag. Es folgt JOV als Code für ‚Glückwünschen‘, dann GLE mit dem Ausdruck ‚Geburtstag‘. Sieben Fahnen reihen sich auf der Girlande auf.
Die Fahnen sind nicht auf neutrales Kopierpapier gezeichnet, sondern auf gefundenes Verpackungsmaterial – in seiner Zerknittertheit, Brüchigheit, Filigranheit, Farbigkeit, aber auch ungewisser Oberfläche. Es ist nichts Selbstverständliches, dass mit einem Buntstift auf diesen Papieren gemalt werden kann, dass die Farbe hält, das Papier nicht zerreißt, ob die Papierfläche mit kräftiger Farbe gefüllt werden kann. Das Ausmalen bedeutet in der Fraglichkeit Kennenlernen des Materials und des Konzepts Farbe und deren Möglichkeiten.
Ergebnis ist nicht schlicht die klare Erledigung einer kommunikativen Handlung (Übermittlung von Geburtstagswünschen) oder dekorative Verzierung eines Geburtstagsfest, dafür müssten klare und glatte Formen mit klarer und kräftiger Farbe gefüllt werden, sondern die Unpassendheit der Verpackungspapiere und der Farbe zur Aufgabe Signalflagge führt zu Abweichung und Hinzufügung – sowohl in der nicht verordnenden Kommunikationsform, als auch in der konkreten Aussage.


Kommentare
Kommentar veröffentlichen